„Truck Stop wäre stolz“

by Phillipp

Halle (Westfalen). „Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Hamburg an", trällerten die norddeutschen Country-Legenden Truck Stop im Jahre 1980. Seit dem jüngsten Wochenende sollte klar sein: Das Epizentrum des wilden Westens dürfte in Halle (Westfalen) liegen. Die Bad Dübener Bezirksliga-Schmetterer wollten sich eigentlich fernab vom heimischen Trubel auf die ersten Saison nach dem Aufstieg vorbereiten. Am Ende konnte man froh sein, dass alle wieder die Heimreise antreten konnten. Zehn Stunden auf Autobahn und Landstraße, dazwischen lag eine Nacht von Freitag auf Sonntag, die wohl nicht so schnell vergessen wird, und ein Turniersieg – Truck Stop wäre stolz.

Der 39. Haller Cup hatte es in sich: sechs verschiedene Leistungsklassen, dreimal Damen, zweimal Herren und einmal Hobby. Die Kurstädter reihten sich in der LK 2 den männlichen Zunft ein und sahen sich dort zwei Landesligisten (SC Halle II, OTSV Preußisch Oldendorf) und zwei Bezirksligisten (TG Herford, Telekom Post SV Bielefeld VII) aus Nordrhein-Westfalen gegenüber. Modus: An beiden Tagen spielt jeder einmal gegen jeden zwei Sätze. Nach 45 Minuten wird jedoch abgebrochen. Ungewöhnlich, aber letztendlich ganz angenehmes System.

Es wurde über das komplette Wochenende kräftig rotiert. Schnell kristallisierte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Oldendorfern heraus, die Samstag gegen Herford einen Satz liegen ließen, genauso wie die Nordsachsen am Sonntagmorgen gegen die Gastgeber. Beide direkten Duelle endete mit einem Unentschieden. Besonders die beiden Partien gegen die Turngemeinde aus der Bierstadt Herford machten Mut für die kommende Spielzeit. Völlig überforderte Gegner wurden mit flotten Kombinationen komplett schwindlig gespielt.

In der Endabrechnung machten es die kleinen Punkte zugunsten des Teams mit der weitesten Anreise. Mit zwei Wermutstropfen ging es wieder nach Hause. In den ganz frühen sonntäglichen Morgenstunden verletzten sich Spielertrainer Kevin Phillipp (zwei Cuts an der Schlaghand) sowie Libero Alexander Becker (Wunde am Fuß). Während der kasachische Wiesel länger ausfällt, wird es für den Coach bis zum Punktspiel-Start am kommenden Samstag äußerst eng. Aufgrund der gezeigten Leistungen des unversehrten Rests würde Truck Stop wohl singen „Take it easy, altes Haus"!

Großes Lob und Dankeschön dem SC Halle 1919 für Turnierorganisation, kühl gestellte Biere. leckeren Kuchen und die tolle Gastfreundschaft! Und lieber OTSV: Nastrovje und eine erfolgreiche Saison!

Für den SV Bad Düben II siegten: Kapitän Stefan Tiesies, Tobias Stadler, Florian Reise, Daniil Gorr, Alexander Becker, Tim Bomsdorf, Stefan Dieter Deinert, Lukas Händler und Kevin Phillipp