„Schmerzliche Tabellenführung“

by Phillipp

Bad Düben/Dommitzsch/Delitzsch. Die ersten Volleyball-Damen des SV Bad Düben haben mit zwei Heimsiegen die Tabellenspitze in der 2. Bezirksklasse erklommen. Die Freude hielt sich jedoch in Grenzen. Die ersatzgeschwächten Bezirksliga-Männer wehrten sich beim Ligaprimus nach Kräften, fuhren allerdings erneut mit leeren Händen nach Hause. In der Kreisklasse hatten es die Jungs erneut äußerst schwer.

SV Bad Düben – VSG Leipzig Nord II                3:1 (5, 7, -23, 27) 94 min.

SV Bad Düben – GSVE Delitzsch                        3:1 (21, 19, -23, 22) 110 min.

Wenn nach einem Sechs-Punkte-Spieltag keinem zum Lachen zumute ist, hat das meist unerfreuliche Gründe. Die ohnehin stark angespannte Personaldecke der Kurstädterinnen erlitt einen erneuten schweren Dämpfer. Im dritten Satz der zweiten Partie knickte Hauptangreiferin Sophia Schaffernicht am Sprunggelenk um, der Knöchel schwoll dick an. Da hat es wohl die Bänder erwischt. Bei Kapitänin Sara Vogelweider macht das Knie Probleme, Barbara Geißler ist mit einer Achillessehnenreizung zum Zuschauen verdammt, Julia Tröbs kränkelt aktuell und nun noch Schaffernicht. Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil: Der Kader besteht aus zehn Spielerinnen, vier fallen derzeit aus. Am nächsten Samstag steht planmäßig das Spitzenspiel beim Krostitzer SV an, zu dem Jung-Unternehmerin Juliane Heßler auch noch arbeiten muss. Um Verschiebung wird gerade gebeten.

Aber zurück zum eigentlich sehr erfolgreichen Spieltag: Die VSG-Damen wurden in den ersten beiden Durchgängen mit druckvollen Aufschlägen förmlich an die Hallenwand gespielt. Danach ließen es die Gastgeberinnen von Trainerin Susanne Windisch gehörig schleifen, retteten sich jedoch vor dem Tiebreak. Ähnliches Bild im zweiten Spiel gegen die Gymnasialen aus der Loberstadt. Die Damen von der Mulde diktierten die beiden Auftaktsätze, verloren dann – auch bedingt durch die Schaffernicht‘sche Verletzung – den Pfaden. Ein Punktverlust konnte im vierten Akt dank geschlossener Teamleistung noch verhindert werden.

Nach vier Duellen thronen die Windisch-Damen ungeschlagen und punktgleich mit dem SV Liebertwolkwitz an der Tabellenspitze. Klappt es mit der Verlegung des Krostitz-Spiels, geht es am 18. November in der Lobstädter Victoria-Halle weiter. Bis dahin könnte sich die Personalsituation wieder etwas entspannt haben.

Für den SV Bad Düben spielten: Sina Franke, Sandra Grundmann, Julia Tröbs, Maria Krafczyk, Sophia Schaffernicht, Carmen Drefs, Juliane Heßler und Caroline Monien

Dommitzscher SV Grün-Weiß – SV Bad Düben II          3:1 (23, 9, -20, 19) 90 min.

„Wenn das das Niveau eines Spitzen-Teams ist, mach ich mir keine Sorgen um unseren Verbleib in der Liga. Dass wir es jedoch nicht schaffen, solche Spiele mal zu unseren Gunsten zu entscheiden, ist allerdings bedenklich“, grübelt Spielertrainer Kevin Phillipp. Die zweite Garde des SVBD ist derzeit so etwas wie der 1. FC Köln der Volleyball-Bezirksliga. Im Pokal läuft‘s, in der Liga will es einfach nicht klappen. Dabei schlägt der Herz von Phillipp. sozusagen der Dübener Peter Stöger, auch noch für den Erzrivalen aus Mönchengladbach – der Vergleich hinkt also gewaltig.

Beide Teams zeigten bei Weitem nicht ihren besten Volleyball. Auch der Tatsache geschuldet, dass wichtige Pfeiler fehlten: Beim Tabellenführer aus Dommitzsch Zuspieler Marcel Negro und Christian Schulze, bei den Dübenern Hauptangreifer Tim Bomsdorf und Libero Alexander Becker. Der Außenseiter aus der Kurstadt zeigte sich im ersten Durchgang unbeeindruckt von Athletik und Lautstärke in der nördlichsten Sporthalle Sachsens. Bad Düben dominierte, spielte clever, führte bereits 23:19. Plötzlich konnte kein Druck mehr erzeugt werden und der Satz ging noch flöten (23:25). Die komplette Offensive war in den ersten beiden Akten ein Totalausfall, auch weil die Annahme gehörig wackelte. Über den zweiten Satz sollte eigentlich der Mantel des Schweigens gelegt werden. Der Dommitzscher Block wurde blind berühmt geschossen, die Köpfe gingen runter.

Doch das junge Team zeigte Moral. Phillipps geschundener Ellenbogen war endlich auf Betriebstemperatur, wodurch der Coach vom Zuspiel in den Außenangriff rückte und fleißig punktete. Wie aus dem Nichts war der Wille da und die Gänsebrunnenstädter sichtlich beeindruckt. Zudem lief Stefan Dieter Deinert aus allen Lagen zur Höchstform auf. Bis zum 7:2 im vierten Satz klappte nahezu alles, dann verabschiedete sich erneut die Dübener Annahme aus der „grünen Hölle“ – leider, da war mehr drin.

Am kommenden Sonntag geht es zum ungeschlagenen Krostitzer SV II. Hier soll der Knoten platzen.

Für den SV Bad Düben II spielten: Kapitän Stefan Tiesies, Lukas Händler, Kevin Phillipp, Martin Zeidler, Stefan Dieter Deinert, Daniil Gorr, Stefan Nordt, Pierre Renner und Vinzenz Rummel und Tobias Stadler

Dommitzscher SV Grün-Weiß II – SV Bad Düben III     2:0 (3, 4)

SV Bad Düben III – SV Stahl Delitzsch                              0:2 (-4, -4)

Die Kreisklasse-Jungs bekamen am Sonntag zwei weitere Lehrstunden. Die zweite Truppe aus Dommitzsch ist teils mit Bezirksliga-erfahrenen Spielern bestückt, Stahl Delitzsch ein seit gefühlten Jahrzehnten eingespieltes Ensemble. Die Ergebnisse sind ohnehin nebensächlich, Spielpraxis ist entscheidend. Im Vergleich zur Vorwoche hat das Gezeigte Trainer Lukas Ohrisch nicht gefallen. Kein Elan, nur Behäbigkeit und Schläfrigkeit waren zu sehen.

Nächste Gelegenheit, es besser zu machen, ist am 12. November. Mit Arzberg und Dommitzsch II warten jedoch wieder zwei Brocken.

Für den SV Bad Düben III spielten: Felix Lausmann, Paul Barthel, Franz Hielscher, Sebastian Wolf, Dimitri Gorr und Lukas Wieland