„Samstag top, Sonntag flop“

by Phillipp

Rote Jahne/Krostitz. Das jüngste Wochenende war für die Bad Dübener Volleyballer nicht nur datumstechnisch zweigeteilt, sondern auch beim Blick auf die Gefühlswelten. Während am Samstag sowohl die Sachsenliga-Männer als auch die Bezirksklasse-Damen ihre Spitzenspiele gewinnen konnten, versagten den Bezirksliga-Männern am Sonntag in den wichtigen Phasen die Nerven.

SV Bad Düben – TSV Leipzig 76                         3:1 (23, 22, -23, 16)

SV Bad Düben – SV Chemnitz-Harthau           3:0 (22, 23, 19)

Bei den Holzbuben läuft es weiter wie geschmiert. Auch der urlaubsbedingte Ausfall von Spielertrainer Thomas Haack brachte die Maschinerie nicht ins Stottern. Eine sensationell gefestigte Annahme, glänzend dirigiert vom im April letztmalig beim Training gesichteten Libero Henry Ungelenk, zauberte Zuspieler Frank Baumgarten ein ums andere Mal ein verschmitztes Grinsen ins Gesicht. Die gegnerischen Blockreihen mussten ordentlich Meter machen. Besonders über die Außenpositionen glänzten Jens Andrä, der nicht aufzuhaltende Daniel Lange sowie Florian Schreiber mit eindrucksvoller Brachialität.

Beide Gegner hielten lange und gut mit. Die Zuschauer in der Roten Jahne sahen zwei mitreißende Duelle, in denen die Gastgeber stets mit cleverem Spiel in der Cruchtime punkteten. Zudem fruchtete die Integration der jungen Spieler. Der 19-jährige Mittelblocker Lukas Ohrisch gab einen tollen Einstand nach seinem Sprung um vier Spielklassen. Daniil Gorr, erst 17 Jahre alt, spielte auf der Außenposition befreit auf – immer gut mit einem eingespielten, erfahrenen Gebilde um einen herum. Der TSV spielte keinesfalls wie ein Tabellenvorletzter, Chemnitz-Harthau zeigte, warum sie vor dem Spieltag den Platz an der Sonne belegten. Und dennoch siegten die Holz-Liebhaber völlig verdient, beeindruckend dominant.

Drei Kuriositäten hielt der Spieltag noch bereit. Nummer eins: Im Ausweichquartier war kein Messinstrument vorhanden. Gut, wenn man richtige Malocher mit Zollstock im Auto im Team hat. Kurzerhand eine Hochsprunglatte markiert und ans Netz gehalten – fertig. Nummer zwei: Die Lampen brauchen eine Weile im Wald. Vor Beginn des dritten Satzes gegen die Leipziger wurde es plötzlich dunkel in der Sporthalle. Ein Chemnitzer betätigte beim Gang in die Kabine den falschen Lichtschalter. Mehr als fünf Minuten verzögerte sich der weitere Spielverlauf, da die richtige Schalterkombination gefunden sowie Geduld bewiesen werden mussten. Nummer drei: Der Gipfel! Chemnitz zerstört beim Einspielen beide Antennen. Die zugehörigen Taschen hatten fortan ausgedient. Glücklicherweise tragen zahlreiche Ingenieure die Trikots beider Teams. Mit reichlich Tape-Verband und einer patentreifen Doppel-Antennen-Konstruktion konnte die zweite Partie mit 25-minütiger Verspätung starten.

Der SVBD belegt weiterhin ungeschlagen Rang zwei. Neuer Spitzenreiter ist mit dem Krostitzer SV der zweite Vertreter aus Nordsachsen – auch noch unbesiegt, jedoch mit einem Match mehr auf der Uhr. Weiter geht es am 25. November in Glauchau beim Aufsteiger der SSV St. Egidien.

Für den SV Bad Düben spielten: Kapitän Jens Andrä, Frank Baumgarten, Florian Schreiber, Constantin Schneider, Daniel Lange, René Hellwig, Henry Ungelenk, Lukas Ohrisch, Daniil Gorr, Lukas Händler, André Reichenbach und Vinzenz Rummel

Krostitzer SV – SV Bad Düben           2:3 (26, -17, 20, -22, -8) 121 min.

Hoffen durfte man, rechnen konnte damit eigentlich keiner. Die stark ersatzgeschwächten Bezirksklasse-Damen fügten Absteiger Krostitzer SV die erste Saisonniederlage zu. Mit einer tollen Mannschaftsleistung rang das Team von Ersatzkapitänin Sandra Grundmann die Gastgeberinnen aus dem Bierdorf in fünf Durchgängen nieder. Vor allem die Unterstützung von Kati Poschmann aus der eigenen dritten Mannschaft zahlte sich aus. Die höherklassig erfahrene Außenangreiferin brillierte in der Defensive, fand im Angriff stets clevere Lösungen und brachte den KSV so immer wieder zur Verzweiflung. Zudem zeigte Mittelblockerin Julia Tröbs eine starke Vorstellung in der Offensive.

Ohnehin dürfte Trainerin Susanne Windisch mächtig stolz auf das Gesehene sein. Hauptangreiferin Sophia Schaffernicht, Kapitänin Sara Vogelweider, Barabara Geißler und Juliane Heßler fehlten verletzungs- und arbeitsbedingt. Die Kurstädterinnen hatten somit nichts zu verlieren und spielten unbeschwert auf. Einer für alle, alle für einen! Gut platzierte Aufschläge, eine aufmerksame Verteidigung und eine ansprechende Blockarbeit waren die Zutaten für den fünften Saisonsieg im fünften Match.

Das bedeutet weiterhin Platz eins, der Vorsprung schmilzt aufgrund des dritten Tiebreak-Erfolgs jedoch auf die Verfolger SV Lok Engelsdorf III und SV Liebertwolkwitz. In zwei Wochen (18.11.) geht es beim gut gestarteten Aufsteiger VolksbankDevils Lobstädt weiter. Bis dahin kehrt hoffentlich die eine oder andere Spielerin zurück. Poschmann darf nicht mehr, würde sich festspielen. Aber es gibt ja noch Jugendspieler. So zeigte Luisa Beutelrock aus der zweiten Garde ein ordentliches Debüt. Hier fehlte lediglich der erste eigene Punkt.

Für den SV Bad Düben spielten: Kapitänin Sandra Grundmann, Sina Franke, Kati Poschmann, Julia Tröbs, Caroline Monien, Maria Krafczyk, Carmen Drefs, Luisa Beutelrock und Johanna Witzke

Krostitzer SV II – SV Bad Düben II   3:0 (22, 21, 24) 75 min.

Es war einfach (wieder) der Wurm drin. Die Muldestädter hielten im Duell der beiden Sachsenliga-Reserven  drei Sätze lang wunderbar mit, zeigten sich beim Vorjahres-Fünften Krostitzer SV II mindestens ebenbürtig. In allen drei Endphasen guckte jedoch mächtig der Stift. Die Routiniers um André Quasdorf, Yves Mattheis und Frank Schenker zeigten ab Punkt 20 die Krallen, die junge Gegnerschaft igelte sich in der Folge zusammen.

Bad Düben kämpfte mit großen Annahmeproblemen, Kevin Phillipp, der den erkrankten Stefan Nordt im Zuspiel ersetzte, musste weite Wege gehen und glänzte zu oft mit Ungenauigkeit. Der Respekt im Angriff war letztendlich zu groß, die eigene Verteidigung zu schwach.

„Das ist bitter. Gegen den bisher schwächsten Gegner zeigen wir die schlechteste Leistung. Auch hier war viel mehr drin“, hadert Coach Phillipp. Im Training bleibt wenig Grund zum Meckern, phasenweise sieht es in den Partien auch ansprechend aus. Nur eine gute Mischung aus Effizienz und Konstanz fehlt im Wettkampfmodus noch.

Viel Zeit zum Verdauen bleibt nicht. Bereits am kommenden Samstag (11.11.) soll endgültig der Bock umgestoßen werden. Als Kontrahenten werden der Tabellenzweite vom SV Reudnitz II sowie die Nachwuchstalente der L.E. Volleys IV zum Heimspieltag in der Sporthalle Rote Jahne erwartet. Kopf hoch, Attacke!

Für den SV Bad Düben II spielten: Kapitän Stefan Tiesies, Lukas Händler, Kevin Phillipp, Vinzenz Rummel, Daniil Gorr, Stefan Dieter Deinert, Tim Bomsdorf, Alexander Becker, Martin Hönemann, Martin Zeidler, Pierre Renner und Tobias Stadler