„In Bad Düben brennt noch Licht“

by Phillipp

Rote Jahne/Eilenburg. Na geht doch! Die Bad Dübener Bezirksliga-Schmetterer fuhren am vergangenen Wochenende ihren lang ersehnten ersten Saisonsieg ein, patzten jedoch im Anschluss gegen abgebrühte Leipziger Talente. Die Bilanz bei den Kreisklasse-Damen fiel ähnlich durchwachsen aus.

SV Bad Düben II – SV Reudnitz II                     3:1 (-21, 22, 19, 15) 110 min.

SV Bad Düben II – L.E. Volleys IV SSR              0:3 (-26, -22, -17) 81 min.

Die Kurstadt-Schmetterer sind aktuell vom Verletzungspech verfolgt. Erst erwischte es Katja Andrä von den Kreisklasse-Damen schwer am Knie, dann riss sich Sophia Schaffernicht aus der Bezirksklasse drei Bänder im Sprunggelenk und nun das: Beim Stand von 17:14 im ersten Durchgang des Spiels der Bezirksliga-Männer gegen den Tabellenzweiten SV Reudnitz II blieb Martin Hönemann nach einer erfolgreichen Rettungsaktion vor Schmerzen krümmend auf dem Hallenboden hocken. Der Ballwechsel lief weiter, Reudnitz machte letztendlich den Punkt. Erst dann bemerkten es die meisten. „Der ist durch“, rief der Außenangreifer unter den Augen seiner jungen Familie. Mit „der“ war sein Unterarm gemeint. Noch auf dem Spielfeld richtete Hönemann seine gebrochene, schiefstehende Speiche. Libero Alexander Becker hechtete genauso zum Ball, landete mit seinem kompletten Gewicht auf dem ausgestreckten Arm der quirligen Mitspielers. Die Partie wurde nach Rücksprache mit Schiedsgericht und Gegner kurz unterbrochen, um den Verletzten auf den Weg Richtung Krankenhaus mit dem Nötigsten zu versorgen. Gute und schnelle Genesung!

Der erste Saisonsieg rückte im Anschluss fast in den Hintergrund. Dabei zeigte das mittlerweile stark ersatzgeschwächte Team von Spielertrainer Kevin Phillipp unglaubliche Moral. Sirko Lange ersetzte Hönemann, Schocksatz eins ging noch in die Binsen. Fortan übernahm Bad Düben das Kommando. Den gut aufgelegten Mittelblocker Lukas Händler bekam Reudnitz nie in den Griff. Phillipp, der den noch immer erkrankten Zuspieler Stefan Nordt ersetzte, narrte die gegnerischen Blockreihen ein ums andere Mal. Der Rest wurde mit reichlich Willensstärke, mannschaftlicher Geschlossenheit und einer guten Portion Ruhe auf dem Feld erledigt.

Ganz anderes Bild dann in der zweiten Partie des Tages: Durch den ersten Bezirksliga-Erfolg nach sechseinhalb Jahren ist offenbar so viel Anspannung abgefallen, dass die Luft völlig raus war. Coach Phillipp gab den Reservisten Pierre Renner (Diagonal) und Tobias Stadler (Zuspiel) Einsatzzeiten, rückte selber in die Außenannahme. Das Spiel wurde merklich träger, der Mumm fehlte auf Gastgeber-Seite. Die jungen Talente der L.E. Volleys IV zeigten dagegen – bemerkenswert in diesem Alter – eine erstaunliche Abgeklärtheit. Das Team von Trainerfuchs Jens Linkerhand behielt auch in engen Phasen die Übersicht und hatte mit dem überragenden Lorenz Deutloff sowie dem Delitzscher Karl-Erik Pöhnitzsch zwei nicht zu bremsende Punktelieferanten in ihren Reihen. Konzentration und Siegeswille sanken auf SVBD-Seite im Minutentakt, die Volleys fuhren so hochverdient den ersten Sieg ein – Chapeau! Aber es gibt ja noch ein Rückspiel.

Bereits am kommenden Samstag sind die Muldestädter erneut gefragt. Mit der Begegnung beim noch punktlosen Tabellenletzten TSV Leipzig 76 II wird der fünfwöchige Spielemarathon abgeschlossen. Ein deutlicher Sieg soll her, um den Anschluss an das Mittelfeld nicht zu verlieren.

Für den SV Bad Düben II spielten: Kapitän Stefan Tiesies, Lukas Händler, Kevin Phillipp, Martin Hönemann, Stefan Dieter Deinert, Tim Bomsdorf, Alexander Becker, Sirko Lange, Pierre Renner und Tobias Stadler

FSV Eilenburg – SV Bad Düben II                      2:0 (13, 6)

SV Bad Düben II – FSV Eilenburg II                  0:2 (-15, -17)

Der Schwung vom ersten Punktspielsieg konnte leider nicht rübergerettet werden. Die Kreisklasse-Mädels vom Trainerinnen-Team Sophia Schaffernicht und Julia Tröbs unterlagen beiden Eilenburger Teams deutlich. Gegen den amtierenden Spitzenreiter war die Leistung der jungen Truppe noch ok, gegen die bis dato letztplatzierte Reserve aus der Papierstadt fehlte jedoch jeglicher Einsatzwille.

Ein gebrauchter Tag, der schnell abgehakt werden kann. Die nächste Chance zur Wiedergutmachung gibt es am 26. November in Torgau – wieder mit einem Kontrastprogramm. Erst gegen den Tabellenzweiten und Gastgeber SSV 1952 Torgau, dann gegen das neue schlusslicht GSVE Delitzsch II. Die Dübenerinnen rangieren aktuell auf dem vorletzten Platz.

Für den SV Bad Düben II spielten: Luisa Beutelrock, Vanessa Wutzke, Anna Vogelweider, Katja Vogelweider, Johanna Witzke, Helena Hoffmann, Lea Drechsler und Jacqueline Volkmann

LSG Löbnitz – SV Bad Düben III                        0:2 (-15, -13)

SV Bad Düben III – SSV 1952 Torgau               0:2 (-25, -9)

Die Bilanz der dritten Damenmannschaft entpuppte sich am Ende als zweigeteilt. Während das Team von Kapitänin Andrea Schulz mit der LSG Löbnitz weniger Probleme hatte, zeigte sich Kreispokalsieger SSV 1952 Torgau als zu große Aufgabe. Der erste Satz ging in die Verlängerung, beide Mannschaften schenkten sich nichts. Das glücklichere Händchen hatten am Ende jedoch die Elbstädterinnen. Über den zweiten Durchgang soll eigentlich der Mantel des Schweigens gehängt werden. Bad Düben brach völlig ein, es wollte einfach nichts mehr funktionieren.

Haken dran: Auch für die nun Viertplatzierten geht es am 26. November am Torgauer Wasserturm weiter. Gegner ist erneut Löbnitz. Außerdem treten sie gegen den direkten Verfolger SV Roland Belgern an.

Für den SV Bad Düben III spielten: Kapitänin Andrea Schulz, Jana Schlaak, Marion Lange, Susanne Petersohn, Marika Göllner, Kati Poschmann und Annett Stänicke