„Vom Krankenbett gesprungen“

by Phillipp

Glauchau/Torgau. Unsere Sachsenliga-Männer hatten am jüngsten Spieltag so ihre Mühe mit sich und den Aufsteigern von der SSV St. Egidien. Am Ende reichte es jedoch zur Fortsetzung der saisonübergreifend nun neun Spiele andauernden Siegesserie. In der Kreisklasse sprang ein Spielgewinn in drei Versuchen heraus.

Während der Partie bei Weitem nicht immer einer Meinung, nach dem Spiel ist alles vergessen: die erfolgreichen Holzbuben und das Kampfgericht.

SSV St. Egidien – SV Bad Düben      2:3 (-17, 17, 20, -17, -10) 119 min.

Wer den Auswärts-Auftritt der Bad Dübener Sachsenliga-Männer mit Holz im Herzen nun via Live-Ticker verfolgte, dürfte den einen oder anderen Gang in die Küche hinter sich gebracht haben. Es galt zu schauen, ob der Beruhigungstee bereits durch ist. Spielertrainer Thomas Haack und Gefolge durchlebten in der Glauchauer Krankenhaus-Sporthalle wie die gastgebenden „Tillinger“ eine wilde Achterbahnfahrt. Ein Spiel auf mäßigem Niveau punktete dagegen durch die immer wieder aufschwappende Spannung.

Bad Düben reiste ohne die berufsbedingt fehlenden Mittelblocker René Hellwig und Vinzenz Rummel sowie dem im Urlaub weilenden Florian Schreiber an. Am Morgen lunzte zudem André Reichenbach mit einem gewaltigen Männerschnupfen durch die müden Familienvater-Augen. Dem nicht genug, sorgte ein mit reichlich Bundesliga-Erfahrung ausgestatteter Spieler, dessen Name nicht erwähnt werden soll, für die wohl größte Hiobsbotschaft des Tages: Maskottchen „Holzi“ vergessen! Die Mannschaftskasse wird sich füllen... Die Kurstädter starteten mit dem angestammten Grundgerüst aus Jens Andrä auf Außen, Frank Baumgarten im Zuspiel, Captain Haack in der Mitte und Daniel Lange auf Diagonal. Dazu besetzte Constantin Schneider den Mittelblock und Jugendspieler Daniil Gorr wurde Vertrauen in der Außenannahme geschenkt.

Die Partie begann auf Augenhöhe mit leichten Egidiener Vorteilen. Beim 14:14 schlossen die Gäste auf, warfen den Turbo an und preschten auf und davon. Nach gutem Start im zweiten Durchgang waren plötzlich die Hausherren am Zug. Mit vereinten Kräften schraubte sich Bad Düben von 7:13 auf 14:14 zurück. Es folgten die ersten Gedanken an den heimischen Tee. Tilling jubelte zehnmal am Stück – 1:1. Ähnliches Bild im dritten Akt: Die SSV war nicht einzufangen, führte bereits 20:11. Kurze Zeit später ist Bad Düben wieder ran (18:20), die Puste war nach der Aufholjagd dann aber aus – 1:2. Glücklicherweise dann auch beim Aufsteiger um Spielertrainer Michael Albert. Der SVBD stellte um, brachte mit Sascha Baumgart und Lukas Ohrisch für Gorr und Schneider frische Kräfte. In der Folge spielten der Tabellenzweite aus der Heide seine Erfahrung aus, kam entschlossener zum Zug und sprang so mit einem beherzten Hopser vom Krankenbett. So ein Ingwer-Tee schmeckt nicht immer, hilft aber in den meisten Fällen.

Die Holzbuben von der Mulde bleiben also weiter ungeschlagen. Auch Spitzenreiter Krostitzer SV – hat ein Spiel mehr absolviert – musste über fünf Sätze gehen, ließ ein Zähler in Chemnitz liegen. Drei Zähler beträgt der Rückstand, der rein rechnerisch am nächsten Spieltag egalisiert werden könnte. Bad Düben (16 Punkte) empfängt zum Rückrunden-Start am 9. Dezember den Vierten vom VC Zschopau II (13) und das noch sieglose Tabellenschlusslicht VF Blau-Weiß Hoyerswerda (1), Krostitz (19) muss wie Verfolger und Vorjahres-Meister USV TU Dresden II (16) nach Grünau zum TSV Leipzig 76 (6).

Für den SV Bad Düben spielten: Kapitän Thomas Haack, Frank Baumgarten, Daniil Gorr, Constantin Schneider, Daniel Lange, Jens Andrä, Henry Ungelenk, Lukas Ohrisch und Sascha Baumgart

SV Bad Düben II – SSV 1952 Torgau               0:2 (-9, -12)

SV Bad Düben II – GSVE Delitzsch II               0:2 (-24, -12)

Am vierten Kreisklasse-Spieltag schrammten die jungen Mädels der zweiten Bad Dübener Garde haarscharf an einem Satzgewinn gegen den GSVE Delitzsch II vorbei. Mit 24:26 mussten sich Kapitänin Vanessa Wutzke und Co. denkbar eng den Gymnasialen geschlagen geben. Die restlichen Sätze verliefen da schon etwas deutlicher. Abgeschossen hätte man sich jedoch keinesfalls, hieß es aus dem Trainerinnen-Team Sophia Schaffernicht/Julia Tröbs, die sich mit dem Gezeigten nicht ganz unzufrieden zeigten.

Nächste Chance auf Punkte wartet am 10. Dezember. In Belgern geht es gegen den gastgebenden SV Roland sowie die SG Pristäblich. Da sollte mehr drin sein.

Für den SV Bad Düben II spielten: Kapitänin Vanessa Wutzke, Luisa Beutelrock, Helena Hofmann, Katharina Sagmeister, Anna Vogelweider, Katja Vogelweider, Jacqueline Volkmann, Johanna Witzke und Josephine Sieg

SV Bad Düben III – SV Roland Belgern           2:0 (18, 11)

Die erfahrenen Damen der dritten Mannschaft fuhren am Sonntagmorgen für lediglich eine Partie nach Torgau. Grund: Die LSG Löbnitz bat verletzungs- und krankheitsbedingt kurzfristig um Verlegung. Dennoch gingen die Kurstädterinnen hochmotiviert in die Begegnung mit dem SV Roland Belgern und ließ dem direkten Verfolger nicht den Hauch einer Chance. Mit einem beherzten 2:0 wurden die Zähler sieben und acht eingefahren, die den vierten Platz erst einmal zementieren.

Für die Damen um Andrea Schulz geht es ebenso am 10. Dezember in der Belgerner Stadthalle weiter. Gegen den FSV Eilenburg II (8.) und den GSVE Delitzsch II (7.) dürften sie als Favoriten ins Rennen gehen.

Für den SV Bad Düben III spielten: Annett Stänicke, Susanne Petersohn, Daniela Sieg, Marion Lange, Jana Schlaak, Marika Göllner, Kati Poschmann und Simone Piatyschek