„Eine Frage des Willens“

by Phillipp

Delitzsch. Die Große Kreisstadt Delitzsch war am zurückliegenden Wochenende Schauplatz des Bad Dübener Geschmetters. Die Sachsenliga-Holzbuben bleiben auch nach dem hochdramatischen Derby gegen den Krostitzer SV ungeschlagen, die Bezirksliga-Männer verdatteln auch das Klassiker-Rückspiel beim SV Sachsen und die Kreisklasse-Mädels schlittern erneut knapp am Satzgewinn vorbei.

Krostitzer SV – SV Bad Düben           2:3 (23, 23, -16, -19, -13) 115 min.

Heidewitzka, Herr Kapitän! Man hofft ja sicherlich auf beiden Seiten immer, dass ein Derby das hält, was es verspricht. Man mobilisiert Zuschauer und will dann keinen einseitigen Langweiler anbieten. Was beide nordsächsischen Sachsenliga-Vertreter da am späten Samstagnachmittag aufs ehemalige Delitzscher Erstliga-Parkett gezimmert haben, war à la bonne heure, wie der Japaner sagen würde. Knapp zwei Stunden lang pfefferten sich beide Teams die Bälle um die kampfbereit angelegten Ohren. Die am Ende über 120 Zuschauer sahen atemraubende Ballwechsel, klasse Rettungsaktionen, zwei willige Truppen und das Beste: Volleyball auf ganz hohem Sachsenliga-Niveau.

Spannung pur! In den ersten beiden Durchgängen lieferten sich Krostitz und Bad Düben einen völlig ausgeglichenen Schlagabtausch. Im ersten Satz hat das Team von Trainer André Quasdorf den längeren Atem, im zweiten lange die Mannschaft um den verletzungsbedingt (Knie im Winterurlaub verdreht) nicht mit eingreifenden Spielertrainer Thomas Haack – bis zum 23:20. Dann schritt KSV-Floh Julius Fritsche zur Grundlinie und bog diesen Akt im Alleingang um.

Puh, 0:2 – dachten sich wahrscheinlich auch die Gastgeber! Den Bierdörflern ging fortan etwas die Luft aus, Kapitän Nico Schulz und Co. konnten das hohe Niveau nicht konstant halten, hatten schließlich bereits drei Sahnesätze gegen Aufsteiger St. Egidien in den Knochen. Die Kurstadt-Maschinerie tuckerte dagegen einfach weiter. Immer wieder über außen, immer wieder lange Wege für die gegnerischen Defensive. Jens Andrä, Daniel Lange und die vor allem im Angriff top aufgelegte linke Klebe von Florian Schreiber setzten sich immer wieder durch. Ausgleich, gleichbedeutend mit dem Tiebreak. Krostitz legt vor, Bad Düben mit beeindruckender Feldabwehr nach. 8:3 beim Seitenwechsel, zwischenzeitlich 11:6 und 14:11 lauteten die weitere Stationen. Der letzte Punkt ließ etwas auf sich warten, im dritten Anlauf war die Freude dann aber dementsprechend groß. Beide Teams gratulierten sich zurecht zu einem grandiosen Spiel.

Das war beste Werbung für den wunderbaren Sport in unserer Region. Zum vierten Mal in den letzten fünf Duellen siegte der SVBD mit 3:2. Quasdorfs „Rüpel“ ziehen in der Tabelle mit den vier Zählern vom Heimspieltag dennoch an den weiter ungeschlagenen Holzbuben vorbei. Grund sind zwei mehr absolvierte Spiele. Am kommenden Samstag geht es weiter – beim Vorjahres-Meister USV TU Dresden II. Heidewitzka!

Zusätzliches Bonbon: Nach fast einjähriger Verletzungspause saß David Wächter erstmals wieder auf der Bank  – mit Trikot und im Protokoll stehend wohl gemerkt. Nach seinem Kreuzbandriss nimmt er seit Beginn des Jahres wieder am Training teil und tastet sich nun behutsam ran. Welcome back, Dave!

Für den SV Bad Düben spielten: Kapitän Jens Andrä, Frank Baumgarten, Florian Schreiber, Constantin Schneider, Daniel Lange, Lukas Ohrisch, Henry Ungelenk, André Reichenbach, Sascha Baumgart und David Wächter

SV Sachsen Delitzsch 1994 – SV Bad Düben II               3:0 (17, 25, 19) 72 min.

Nach dem tollen Jahresstart mit je zwei 3:0-Siegen im Pokal und in der Liga ging das erste Auswärtsspiel der Rückrunde gründlich in die Buchse. Im Vergleich zum Pokal-Duell vor zwei Wochen fand das Team von Spielertrainer Kevin Phillipp nur selten Zugriff zur Partie. Zuspieler Stefan Nordt sollte es trotz einer Verhärtung in Oberschenkelnähe (keine Angst...) auf der Spielmacher-Position probieren. Dieses Risiko war dann wohl doch zu groß. Tobias Stadler ersetzte Nordt zum zweiten Durchgang. Über enorme Kraftanstrengung gelang es den Gästen, sich eine Führung zu erarbeiten, die letztendlich aber leichtfertig noch aus der Hand gegeben wurde – das war der Knackpunkt.

Der SV Sachsen spielte seelenruhig seinen Stiefel runter, Bad Düben, nun auf die erfolgreiche Pokal-Aufstellung mit Stefan Dieter Deinert in der Mitte umgestellt, scheiterte regelrecht an sich selbst. Ein großer Rückstand konnte zwar zwischenzeitlich noch egalisiert werden. Delitzschs Kapitän Michael Kurze und Co. zogen jedoch kurz vor dem Ende wieder uneinholbar davon.

In der Tabelle tat sich demzufolge nichts. Bad Düben bleibt auf Rang acht. In zwei Wochen (03.02.) steht das nächste wichtige Auswärtsspiel an. In der Hohenprießnitzer Streichholzschachtel kommt es zum prestigeträchtigen Muldederby.

Für den SV Bad Düben II spielten: Kapitän Stefan Tiesies, Stefan Nordt, Kevin Phillipp, Stefan Dieter Deinert, Tim Bomsdorf, Lukas Händler, Tobias Stadler, Martin Zeidler, Pierre Renner und Vinzenz Rummel

GSVE Delitzsch II – SV Bad Düben II             2:0 (23, 16)

Die Bad Dübener Kreisklasse-Damen fahren gegen die LSG Löbnitz einen furiosen Sieg ein. Mit 25:0 und 25:0 holen sie ihren dritten Punktspielerfolg und schieben sich damit auf Position acht. Naja fast! Wie man beim Blick auf die Verbands-Seite schön ahnen könnte, traten die Damen aus dem Pferdedorf nicht an – wie übrigens überhaupt nicht mehr. Die LSG hat sich aus der Damen-Kreisklasse zurückgezogen.

Somit bekam es das Team vom Trainerinnen-Duo Sophia Schaffernicht und Julia Tröbs lediglich mit dem GSVE Delitzsch II zu tun. Wie bereits im Hinspiel sollten sie im ersten Satz knapp am Erfolg scheitern und den zweiten Durchgang etwas deutlicher abgeben. Schade, aber das sollte gleichzeitig auch Mut machen. So weit ist man vom Rest der Konkurrenz offenbar nicht mehr entfernt.

Es folgt eine lange Pause, bevor es am 18. März in Eilenburg gegen die vereinseigene dritte Garde und den FSV 02 Thallwitz geht.

Für den SV Bad Düben II spielten: Vanessa Wutzke, Jacqueline Volkmann, Helena Hofmann, Anna Vogelweider, Johanna Witzke, Katja Vogelweider, Luisa Beutelrock und Josephine Sieg