„Glatt wie ein Babypopo“

by Phillipp

Dresden/Leipzig. Die beiden noch ungeschlagenen Bad Dübener Volleyball-Teams konnten diesen Status auch nach dem jüngsten Wochenende behalten. Die Sachsenliga-Holzbuben zogen dem amtierenden Meister beherzt drei Zähne. Die Bezirksklasse-Damen wurden ihrer Favoritenrolle bei den „Nordsternen“ gerecht.

USV TU Dresden II – SV Bad Düben              0:3 (-18, -21, -23) 73 min.

Die Holzbuben tanzen weiter ums hölzerne Maskottchen. Mit einer bockstarken Vorstellung beim Titelverteidiger USV TU Dresden II fuhren die Männer um den immer noch verletzten Spielertrainer Thomas Haack ihren saisonübergreifend 13. Punktspielerfolg ein. Damit setzen sich die Kurstädter (27 Punkte) wieder an die Spitzenposition in der freistaatlichen Premiumliga, haben zudem noch ein Spiel weniger absolviert als die Verfolger aus Krostitz (26) und vom USV TU (23). Kleiner Nebeneffekt: Sechs Begegnungen vor Ultimo ist der Klassenerhalt fix...

Dabei bereitete die Personalsituation im Vorfeld schon einiges Kopfzerbrechen: Libero Henry Ungelenk war beruflich verhindert, Coach Haack konnte wie bereits erwähnt auch nicht angreifen. Hauptangreifer Jens Andrä ließ – vermutlich erstmals in seinem Leben – die ganze Woche das Training aus. Mit akutem Männerschnupfen führte der erste Weg in den Auszeiten stets zum Schnäuztuch. Als Backup wurde Kevin Phillipp aus der Bezirksliga-Reserve mit in die Elbstadt genommen. Zusammen mit Sascha Baumgart und David Wächter nahmen somit drei Sachsenmeister von 2015 auf der Bank Platz. Die machten offenbar reichlich Druck auf die beiden Außenangreifer, die sich diesen Status wohl noch erarbeiten wollen. Kapitän Andrä und Florian Schreiber schossen die gegnerische Defensivreihe aus allen Lagen schwindlig. Regisseur Frank Baumgarten machte das Spiel schnell und nahm so die trägen USV-Mittelblocker ein ums andere Mal aus dem Spiel.

Eineinhalb Sätze lang spielte der Heide-Express den Titelverteidiger förmlich an die Wand. Starke Aufschläge und druckvolle Angriffe, versüßt mit einer stabilen Annahme um den gut aufgelegten Aushilfs-Libero André Reichenbach sorgten auch optisch für klare Verhältnisse. Die reifen „Studenten“ fingen nun in gewohnter Form an zu zaudern, um den Rhythmus des Gegners zu brechen. Das trug kurzzeitig auch Früchte, änderte jedoch nichts an der entschlossenen 2:0-Satzführung.

Durchgang drei begann mit einem Fehlstart. Die Hausherren nutzten im Angriff – vor allem über Mitte – nun ihre Chancen und bei den Gästen wackelte die Konzentration. Auszeit, Ruhe rein und dann Attacke – wohl die große Qualität der Truppe in dieser Spielzeit. Mit dem nötigen Selbstbewusstsein im Rücken klemmten sich Andrä und Co. an die Hinterreifen der Dresdner und zogen in der entscheidenden Schlussphase gnadenlos vorbei.

Unter den Augen der 13 anwesenden Spitzenspiel-Zuschauer (darunter neun für den SVBD) gab auch Außenangreifer David Wächter sein – naja – denkwürdiges Comeback: Im zweiten Satz für Constantin Schneider am Aufschlag eingewechselt, platzierte er die Murmel aufgerundet mittig im Netz. Ziemlich genau ein Jahr seit seinem letzten Spiel und ein Kreuzbandriss später überwiegt jedoch die Freude, dass er wieder da ist. Er sei beim Gang an die Grundlinie „übel aufgeregt“ gewesen. Mit knapp 31 Lenzen, davon 16 am hohen Netz – kann man mal sehen.

In zwei Wochen (10.02.) geht es weiter. Beim stark durchreichbedrohten Regionalliga-Absteiger vom TSV Leipzig 76 wartet die nächste knifflige Aufgabe.

Für den SV Bad Düben spielten: Kapitän Jens Andrä, Frank Baumgarten, Florian Schreiber, Lukas Ohrisch, Daniel Lange, Constantin Schneider, André Reichenbach, David Wächter, Sascha Baumgart und Kevin Phillipp

VV Nordstern-Leipzig – SV Bad Düben           0:3 (-19, -14, -13) 68 min.

Noch ein Tick souveräner gestalteten die Bezirksklasse-Damen von Trainerin Susanne Windisch ihr Gastspiel bei den Leipziger „Nordsternen“. In drei flotten Sätzen konnte Saisonsieg Nummer acht in achten Match eingetütet werden. Und das Beste: So langsam ist der Kader wieder auf vollständige Betriebsamkeit gepolt. Mit Barbara Geißler (Achillessehne) und Kapitänin Sara Vogelweider (Knie) kehrten die letzten beiden aus dem Lazarett erstmals wieder auf die Platte zurück.

Genau zum richtigen Zeitpunkt, schließlich steht am kommenden Samstag (03.02.) das Spitzenspiel gegen Tabellenführer SV Lok Engelsdorf III in Bad Düben an. Die Kurstädterinnen sind trotz mangelnder Niederlagen zwar immer noch nur Fünfte, haben nun aber die Chance, kräftig Plätze gut zu machen. Grund sind die deutlich weniger absolvierten Spiele zur Konkurrenz.

Für den SV Bad Düben spielten: Kapitänin Sara Vogelweider, Sina Franke, Maria Krafczyk, Juliane Heßler, Caroline Monien, Sophia Schaffernicht, Carmen Drefs und Barbara Geißler