„Achtungszeichen ohne zweieinhalb Stammkräfte“

by Phillipp

Bad Düben/Delitzsch/Eilenburg. Die einen freuen sich, die anderen wirken dagegen deutlich zerknirschter. Die Bad Dübener Sachsenliga-Holzbuben fauhren am vergangenen Wochenende zwei vollpunktige Heimsiege ein, während der Bezirksliga-Garde bei der 0:3-Auswärtspleite beim Delitzscher Ligafavoriten spürbar Alternativen und Körner fehlten. Am Sonntag konnten auch die Kreisklasse-Mädels nichts Zählbares mit nach Hause nehmen.

SV Bad Düben – SV Reudnitz                             3:0 (17, 22, 22)

SV Bad Düben – SV Motor Mickten 3:1 (-18, 18, 23, 22)

Die Sachsenliga-Holzbuben haben eine Serie gestartet. Die macht sich besonders bei einem Saisonstart besonders gut. Umso entspannter lässt sich bei den kommenden Aufgaben leben. Mit 3:0 und 3:1 wurden Regionalliga-Absteiger SV Reudnitz und Sachsenklasse-Meister SV Motor Mickten wieder auf den Heimweg geschickt. Mit neun Punkten aus drei Spielen blinkt sogar die Tabellenspitze auf.

Die Personaldecke dürfte Spielertrainer Thomas Haack im Vorfeld durchaus Kopfzerbrechen bereitet haben. Diagonal-Ass Daniel Lange weilte mit der Liebsten im Urlaub, Libero Henry Ungelenk hatte es gripal niedergerafft und Zuspieler Frank Baumgarten, der ausnahmsweise anwesend war, hatte ebenso mit der Gesundheit zu kämpfen, nahm aber auf der Bank Platz. Der Rest war also umso mehr gefragt. Die erfahrenen Jens Andrä und David Wächter auf Außen und Sascha Baumgart auf der Diagonalen sorgten für die druckvolle Gerüst, die junge Doppel-L-Mitte mit Lukas Ohrisch und Lukas Händler für die nötige Abwechslung. Regisseur Florian Schreiber verteilte die Bälle gut, sodass der letztjährige Viertligist nicht viel entgegenzusetzen hatte.

Ganz anderes Bild dann gegen den munter aufspielenden Aufsteiger aus der Landeshauptstadt. Mit den druckvollen MoMi-Aufschlägen hatte der ungewohnte Annahmeriegel seine Probleme und Schreiber weite Wege zu gehen.Die Genauigkeit ließ in allen bereichen zu wünschen übrig und Mickten setzte einen gehörigen ersten Schuss vor den Bug. Kurze Korrektur. Baumgarten übernahm für einen Satz das Spielmacher-Zepter. Mehr war körperlich nicht drin. In den beiden hart umkämpften Schlusssätzen setzte sich die größere Erfahrung, gepaart mit Kostanz durch. Den Schlusspunkt setzte Tim Bomsdorf bei seinem Heimdebüt in der Sachsenliga. Eine krachende Rechte auf die Drei-Meter-Linie beim Stand von 24:22 – Cojones!

Mit neun Punkten aus den ersten drei Partien thronen die Holzbuben vorerst auf Rang eins. Ein Quervergleich ist durch unterschiedliche Spielanzahlen innerhalb der Liga wenig sinnvoll. Weiter geht‘s am 3. November, wieder daheim, gegen St. Egidien und TSV Leipzig 76.

Ein großes Dankeschön möchte die Mannschaft noch loswerden: Karsten Ohrisch, seines Zeichens Spielervater, feierte am Samstag seinen 50. Geburtstag. Sohnemann Lukas sollte nach Spiel eins eigentlich zur familiären Fete. Da der 20-Jährige jedoch eine blendende Vorstellung lieferte, gab es vom Vater quasi von der Tribüne aus ein Verbot, die Halle vorzeitig zu verlassen. Danke und herzlichen Glückwunsch nachträglich!

Für den SV Bad Düben spielten: Kapitän Jens Andrä, Florian Schreiber, David Wächter, Lukas Ohrisch, Sascha Baumgart, Tim Bomsdorf, Lukas Händler und Constantin Schneider

SGVE Delitzsch III – SV Bad Düben II               3:0 (18, 21, 21) 76 min.

Nichts zu holen im Delitzscher Osten. Die Bezirksliga-Männer kamen beim Ligafavoriten GSVE Delitzsch III nicht über ein 0:3 hinaus. Ersatzgeschwächt und ohne die nötige Durchschlagkraft im Angriff ging gegen das Kollektiv um Zuspieler und Trainer Ronny Künzel nicht viel.

Da mit René Hellwig und Vinzenz Rummel zwei der drei Mittelblocker fehlten, musste Spielertrainer Kevin Phillipp gehörig umbauen. Diagonalangreifer Stefan Dieter Deinert rückte in die Mitte, Martin Hönemann rückte dagegen nach fast einjähriger Verletzungspause aufgrund seines Armbruchs in der Vorsaison erstmals wieder in den Startsechser. Stimmt die Annahme, ist aufgrund der schlagkräftigen Außenpositionen einiges drin. Soweit die Theorie. Die Annahme passte, aber vorn fehlte die Überzeugung. Phillipp und Co. scheiterten immer wieder an der gegnerischen Gummiwand oder den eigenen Nerven. Ab Satz zwei wurde umgestellt. „Igel“ Deinert wieder auf die Diagonale, der glücklose Coach sollte dagegen über Mitte mehr Akzente setzen können. Das klappte durchaus besser, reichte aufgrund kleinerer Unkonzentriertheiten und Eigenfehler gegen diesen sehr stabilen Gegner jedoch nicht aus. Einziger Dübener mit guter Tagesform war Martin Zeidler, der allein sein Team jedoch nicht retten konnte.

Schnell Mund abputzen, hier werden noch viele Teams Punkte lassen. Wichtiger sind die vermeintlich leichteren Aufgaben. Am 27. Oktober geht‘s auf Sportgymnasium zu den L.E. Volleys IV (SSR). Aber Vorsicht, die jungen Talente haben in Machern und in Delitzsch bereits bewiesen, was sie drauf haben.

Für den SV Bad Düben II spielten: Kapitän Stefan Tiesies, Stefan Dieter Deinert, Stefan Nordt, Martin Zeidler, Martin Hönemann, Kevin Phillipp, André Reichenbach und Tobias Stadler

GSVE Delitzsch II – SV Bad Düben II                2:0 (18, 20)

SV Bad Düben II – LSG Löbnitz                          0:2 (-13, -22)

Am Ende bildeten zwei 0:2-Niederlagen den Saisonauftakt der Kreisklasse-Mädels. In beiden Partien hätten die Schützlinge vom Trainerinnen-Duo Sophia Schaffernicht und Julia Tröbs allerdings durchaus mindestens einen Satzgewinn verdient gehabt.

„Wir haben den Sack einfach nicht zubekommen“, sagte Tröbs im Anschluss. Dabei schnupperten die jungen Neulinge weitere Spielpraxis. Wilhelmine Stollberg spielte drei Durchgänge durch, auch Kim Schönberger kam auf einen Satz. Nun heißt es, weiter fleißig trainieren. Am 11. November warten zum nächsten Spieltag an gleicher Stelle mit der eigenen dritten Mannschaft und dem FSV Eilenburg andere Kaliber.

Für den SV Bad Düben II spielten: Kapitänin Helena Hofmann, Anna Vogelweider, Katja Vogelweider, Laura Rösiger, Jacqueline Volkmann, Anh-Thu Fechner, Jessica Lenz, Katharina Sagmeister, Lisa Seidel, Josephine Sieg, Wilhelmine Stollberg udn Johanna Witzke