„Ohne Scheiß Digga“

by Phillipp

L.E. Volleys IV (SSR) – SV Bad Düben II         2:3 (-20, 21, -23, 18, -11) 123 min.

Leipzig. Die Bad Dübener Bezirksliga-Volleyball haben am jüngsten Samstag einen wichtigen 3:2-Auswärtserfolg bei den hochtalentierten 15-/16-Jährigen der L.E. Volleys IV (SSR) erkämpft. Durch die Minimalbesetzung von nur sechs Spielern inklusive zwei Strippenziehern ist der zweite Saisonsieg gar nicht hoch genug einzustufen.

Dass die Volleys – eben nur zu sechst plus Libero angetreten – schnell zur Stolperfalle werden können, bekamen die Routiniers von Sachsenklasse-Absteiger Turbine Leipzig im ersten Spiel des Tages eindrucksvoll zu spüren. Nach souveräner 2:0-Satzführung spielten die Grünschnäbel wie alten Hasen und drehten kampfstark die Partie. Bei den Bad Dübenern fehlten mit Alexander Becker (Knieverletzung), Martin Hönemann (krank), Sirko Lange, André Reichenbach (jeweils Kinderdienst), Vinzenz Rummel, René Hellwig (jeweils Arbeit) und Michael Bock (Familie) gleich sieben Akteure.

Da sich mit Stefan Nordt und Tobias Stadler gleich zwei Zuspieler unter den sechs verbliebenen tapferen Recken befanden, entschied sich der stark aufspielende Spielertrainer Kevin Phillipp für ein altertümliches 4-2-System. Aus einer stabilen Annahme heraus dominierten die Kurstädter die Szenerie zu Beginn nach Belieben. Da der Blick auf die eigene Ersatzbank – dort saß nur Physiotherapeut Lukas Händler – entfiel, konzentrierte sich jeder auf seine Aufgabe. Im zweiten Durchgang liefen die Gäste früh einem Rpckstand hinterher. Die Leipziger hatten den Kampf aufgenommen und brachten den Dübener Riegel mit starken Aufschlägen oft in Bedrängnis. Der SVBD erwachte zu spät, das letzte Aufbäumen war vergebens.

Die Durchgänge drei und vier ähnelten sich zumindest bis zur Satzmitte. Bad Düben bestimmte vor allem über die Außenpositionen das Tempo. Reichte es im dritten Akt noch zum Erfolg, brach das Korsett im vierten auf einer Position völlig zusammen. Phillipp fand vor dem Tiebreak offenbar die richtigen Worte. Mit einem kleinen Wachrüttler ging es auf die Platte – und wie. 8:2 beim Wechsel. Beim Stand  von 9:3 kam L.E.-Mittelblocker Andrii Bondarenko zum Schuss, der Ball landete jedoch im Aus. Der in der Ukraine geborene hochveranlagte Messestädter vermutete einen Tusch und raunzte Coach Phillipp mit einem „Ohne Scheiß Digga“ an. „Aufpassen Freundchen!“, lautete die Antwort. Nur weil sich da was wölbt unterm Trikot… Der Rest wurde weniger souverän, eher zielführend runtergespielt. Die Punkte fünf und sechs  waren somit dankend eingetütet.

In der (Netto-)Tabelle belegen Phillipp und Co. vorerst Platz zwei, haben jedoch auch die meisten Spiele absolviert. Weiter geht es am 10. November beim SV Tresenwald Machern. Hand und Hand mit den Bad Dübener Damen geht es dort übrigens auf Punktejagd im hiesigen Sportpark. Das Team von Kapitänin Sara Vogelweider ist schließlich parallel gefordert – ohne Scheiß Digga!

Für den SV Bad Düben II spielten: Kapitän Stefan Tiesies, Stefan Nordt, Martin Zeidler, Stefen Dieter Deinert, Tobias Stadler und Kevin Phillipp