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Aus der Gruft in den Himmel
Hennersdorfer SV – SV Bad Düben 2:3 (22, 15, -18, -22, -7) 113 min.
Grünhainichen. Die Bad Dübener Sachsenklasse-Holzbuben haben sich mit einer beeindruckenden Willensleistung den ersten Saisonsieg nach der umfangreichen Neuformierung gesichert. Gegen vor allem defensiv herausragende Hausherren des Hennersdorfer SV kämpften sich die Kurstädter um Kapitän Kevin Phillipp nach 0:2-Satzrückstand noch zurück und hatten letztendlich den längeren Atem. Entscheidender Spieler war Rückkehrer Tim Bomsdorf mit einer ganz starken Leistung, der schließlich auch zum Gold-MVP gekürt wurde.
Gespielt wurde in einer der neusten Sporthallen Sachsens in Grünhainichen, einem wahren Schmuckstück, das sich damit der wunderschönen Umgebung anpasst. Die Nordsachsen machten sich mit acht Spielern auf die knapp zweistündige Anreise. Die Außenangreifer Martin Zeidler und Tim Rothfeld sowie Mittelblocker Alexander Salewski und Libero Tobias Stadler fehlten aus diversen Gründen. Phillipp ließ Bomsdorf aufgrund seines Trainingsrückstands zunächst auf der Bank und gab Youngster Sebastian Wolf das Vertrauen auf der Außenposition. Der HSV hatte bereits vier kräftzehrende Sätze gegen den VV DJK Colditz (3:1) in den Knochen und hier wurde eines deutlich: Diese Mannschaft gibt niemals auf. Dies bekam der SVBD dann auch schmerzlich zu spüren. Zu vielen aufgeregten Aktionen in der Feldverteidigung gesellte sich auf Dübener Seite eine unübliche Abschlussschwäche. Man fand gegen die Gummiwand aus dem Erzgebirge zwei Durchgänge lang überhaupt kein Mittel.
Ende des ersten Satzes kam Bomsdorf für den glücklosen Wolf, Mitte des zweiten Satzes nahm sich Phillipp selbst für Wolf raus. Vor dem dritten Akt herrschte allgemeine Ratlosigkeit. Die Gäste spielten einfach nicht das, was sie können. Phillipp kehrte zurück aufs Feld, Bad Düben stabilisierte seine Annahme und auch Zuspieler Dimitri Janzen, der zuvor höchst unsauber agierte, fand in die Partie. Und auf der anderen Seite: Den Hennersdorfern um ihren erfahrenen Regisseur Udo Haußmann ging zunehmend die Puste aus. In der Feldabwehr noch immer an jedem Ball dran, aber die langen Ballwechsel gingen plötzlich häufiger an die Gäste. Janzen setzte seine Angreifer immer wieder stark in Szene, Bomsdorf sowie Diagonalangreifer Nick Rudolph trumpften gewaltig auf und Phillipp machte im Tiebreak den Block dicht.
Es war nach einer starken Vorbereitung nicht die beste Leistung – auch weil deutlich mehr Gegenwehr kam. Aber mit wieviel Moral und mannschaftlicher Geschlossenheit dieses neue Team zurückkam, war wirklich bemerkenswert. Und das macht Lust auf mehr und sollte Selbstvertrauen geben. Die nächsten Aufgaben haben es schließlich in sich. Am 4. Oktober (Sonntag) kommen mit den Freunden der SSV St. Egidien und Sachsenliga-Zwangsabsteiger VC Zschopau II schließlich zwei Top-Favoriten in die Kurstadt. Danach sollten die „Holzbuben“ endgültig wissen, wo sie stehen.
SV Bad Düben | Kapitän Kevin Phillipp, Dimitri Janzen, Sebastian Wolf, Lukas Händler, Nick Rudolph, Stefan Dieter Deinert, Hannes Oldenburg, Tim Bomsdorf